Der schlechte Schuldner

Jung, männlich und Stadtbewohner. Kurz zusammengefasst sieht so das Profil des typischen schlechten Schuldners aus. Das ist Ergebnis einer Erhebung des Inkassobüros IS Inkasso Service.

Auslöser für die Schulden sei zumeist Statuskonsum, also Handys, Autos oder andere Konsumgüter. Besonders anfällig seinen vor allem junge Menschen unter 30 Jahren, da es diesen häufig an finanzieller Eigenverantwortung mangele, kommentiert IS-Inkasso-Geschäftsführer Thomas Hampf die Ergebnisse gegenüber dem Wirtschaftsportal format.at.

Die Zahlungsmoral von Konsumenten scheint tatsächlich eine Frage des Alters zu sein. Am besten schneiden Bürger über 60 Jahren ab, mit einem Prozentsatz aller Schuldner von nur 7 Prozent. Knapp ein Viertel der säumigen Zahler ist zwischen 31 und 40 Jahre, 19 Prozent finden sich in der Altersklasse 41 bis 50 und jeder Zehnte ist zwischen 51 und 60 Jahre alt.

Diese Ergebnisse spiegeln sich auch in den offiziellen Zahlen der professionellen Schuldnerberatungen wider. Vor allem die 51- bis 60-Jährigen waren im Vorjahr unter den Klienten der staatlich anerkannten Schuldnerberatungen wesentlich schwächer vertreten als in der Gesamtbevölkerung (13,4 gegenüber 22 Prozent). Ansonsten entspricht die Altersstruktur der verschuldeten Menschen, die sich professionelle Hilfe holen, aber in etwa der Gesamtbevölkerung, heißt es im asb-Schuldenreport. Knapp 30 Prozent der Klienten sind demnach jünger als 30 Jahre.

Auch signifikant ist die Differenz zwischen männlichen und weiblichen Schuldnern. Fast zwei Drittel aller analysierten Schuldenfälle betrifft Männer. Besonders prekär ist die Lage in Städten. Grund dafür sind laut Inkasso Service „die dort herrschende Anonymität sowie die zahlreichen Konsumangebote und die damit verbundenen Versuchungen.“