Maklerpool BCA plädiert für aktiven Sachwertvertrieb

Dr. Frank Ulbricht

Dr. Frank Ulbricht, Vorstand der BCA AG

Geschlossene Fonds, Nachrangdarlehen und ähnliche Sachwertbeteiligungen sind in den letzten Jahren in Verruf geraten. Die Politik hat erhebliche Anstrengungen betrieben um das Marktsegment zu regulieren und dabei viele Anbieter vom Markt gedrängt. Pools, Makler und Vermittler machen mittlerweile häufig einen großen Bogen um die Produktwelten – zu Unrecht findet der Maklerpool BCA.

Es waren deutschlandweit beachtete Finanzskandale, um den Immobilienvertrieb S&K oder die Erneuerbare-Energien-Emittentin Prokon, die nicht nur millionenschwere Schäden bei den Anlegern zur Folge hatten, sondern auch das Vertrauen der Bevölkerung in Sachwertinvestments nachhaltig in Mitleidenschaft zogen. Der sogenannte Graue Kapitalmarkt wurde in der Folge stark reguliert, das Investmentvolumen in die Produktwelt sank um rund 80 Prozent.

Nachdem Kapitalmarktrechtsanwälte nicht nur die Produktanbieter, sondern auch vermehrt Vertriebe und Vermittler der gescheiterten oder betrügerischen Kapitalanlagen ins Visier nahmen und für ihre Mandanten erfolgreich Schadenersatzklagen durchgesetzt hatte, meiden heutzutage viele Finanzberater Empfehlungen von Sachwertinvestments wie der Teufel das Weihwasser. Auch einige Maklerpools, allen voran Jung, DMS & Cie., haben sich komplett aus diesem Markt verabschiedet, um in Zukunft Schäden von ihren Kunden abwenden zu können.

Doch nicht alle Maklerpools wollen auf die Vermittlung von geschlossenen Fonds und anderen atypischen Beteiligungen verzichten.

Durch die AIFM-Gesetzgebung sei der Markt ja bereinigt und nur die besten Produkte seien noch zu haben, so die Argumente.  Zu den aktivsten Anbietern in der deutschen Poollandschaft gehören der Marktführer, Norbert Poraziks Fonds Finanz Maklerservice GmbH mit Sitz in München, und die BCA AG aus Oberursel.

Gemeinsam mit der Lobby für Sachwertinvestments versucht BCA das Thema geschlossene Fonds wieder positiv zu besetzen und auf die Vermittleragenda zu setzen.  Der Markt habe sich zwar stark zum Positiven gewandelt, aber der Branche gelingt es nicht die gute Entwicklung auch an Vermittler und Kunden zu kommunizieren, bemängelt Steve Ahlborn, Sachwertexperte im BCA-Konzern und Vorstand der CARAT Fonds Service AG. Im Interview mit Ass Compact erklärt der Finanzprofi:

Geschlossene Fonds sind heute komplett weiße, regulierte Finanzmarktprodukte, die sich strukturell praktisch nicht von Investmentfonds unterscheiden. Daher werden beide Produktgruppen gemeinschaftlich durch das neue KAGB reguliert. Das darzustellen schafft die Branche bisher aber nicht. Es ist daher eine klare Aufgabe für 2016, die Produktvorteile der Sachwertanlagen im aktuellen Niedrigzinsumfeld herauszuarbeiten und gleichzeitig die regulatorische Gleichstellung mit Investmentfonds darzustellen.

Insbesondere geschlossene Immobilienfonds stellen laut Ahlhorn immer noch ein sehr attraktives Anlagemodell dar.

In Deutschland gebe es nämlich einen regelrechten Run auf den Immobilienmarkt, so dass Top-Immobilien in Premiumlagen für einzelne Investoren kaum noch zu bekommen seien. Gute Kaufgelegenheiten, die Entwicklung von Objekten und entsprechende Renditen könnten Immobilienfonds deutlich besser realisieren als Privatpersonen, so Ahlhorn. Daher empfiehlt der Sparern zwischen fünf und fünfzehn Prozent ihres Vermögens oberhalb von 10.000 Euro in Sachwertinvestments zu stecken. Ahlhorn erklärt:

Vor allem für Kunden, die eher dynamisch und renditeorientiert eingestellt sind, kann ein plausibilitätsgeprüftes Sachwertinvestment in Immobilien, Infrastruktur oder auch erneuerbare Energien als Beimischung sinnvoll sein.

Allerdings sollten Anleger und Vermittler darauf achten seriöse Anbieter zu wählen, damit aus dem Renditetraum, kein Albtraum wird. Hier sind vor allem die Maklerpools gefragt, die Haftung zu übernehmen und eine intensive Produktprüfung zu übernehmen. Eine echte Herausforderung für die Branche, die derzeit auch mit dem digitalen Wandel zu ringen hat.