Fintech Knip vs. JDC-GROUP: Dr. Sebastian Grabmaier schlägt zurück

Das Fintech Knip ist Marktführer in der jungen und boomenden Insurtech-Branche. Doch schwache Geschäftszahlen und interne Querelen belasten das operative Geschäft des aggressiven Fintech-Unternehmens. Knip-Chef Dennis Just reagiert mit einem PR-Attacken gegen die Konkurrenten im umkämpften Markt.

Dr. Sebastian Grabmaier

JCD-Chef Dr. Sebastian Grabmaier lässt die Angriffe von Knip-Chef Dennis Just nicht auf sich sitzen.

Digitale Versicherungsordner, sogenannte Insurtechs, gelten als das nächste große Ding in der Versicherungsbranche. Alleine im ersten Halbjahr 2016 wurden nach einer Analyse des Marktführers Knip rund 574.000 Apps heruntergeladen – eine Steigerung von 720 Prozent zum Vorjahreszeitraum (1. Halbjahr 2015: rund 80.000 Downloads).

Von dem Insurtech-Boom konnten neben dem Marktführer Knip, der derzeit rund die Hälfte des Marktes beherrscht, auch sieben weitere Wettbewerber profitieren: Allesmeins, Asuro, Clark, Getsafe, Financefox, Friendsurance und Simplr. Der steigende Wettbewerbsdruck und die wachsende Interessentenzahl an digitalen Versicherungslösungen sind Grund genug für den Knip-Gründer Dennis Just kräftig gegen seine Konkurrenten auszuteilen.

Besonders im Visier des Knip-Chefs ist die JDC-Group, die nicht nur die Versicherungs-App Allesmeins betreibt, sondern auch Onlineplattformen wie Geld.de, die JDC aus dem Bestand der mittlerweile insolventen Unister-Gruppe erworben hat. In einer Pressemitteilung bezeichnete Dennis Just den Kauf als Fehlinvestition. Geld.de habe schon länger zum Verkauf gestanden und verfüge nur über eine ernüchternde Reichweite, so Just in Richtung der Konkurrenz.

JDC Group reagiert gelassen auf Kritik

Dr. Sebastian Grabmaier lässt die Attacken von Dennis Just nicht unkommentiert und wirft dem Knip-Chef vor „PR-Nebelkerzen“ zu zünden. Die JDC Group sei sehr zufrieden mit dem Erwerb von Geld.de und man habe auch allen Grund dazu. Im Gegensatz zu vielen anderen Start-Ups sei Geld.de nämlich profitabel. „Von über 70.000 Seitenaufrufen im Monat, über 150.000 aktiven Kunden mit über 200.000 Verträgen, knapp fünf Millionen Euro Umsatz und drei Millionen Euro Ebit-Beitrag kann Knip noch lange träumen“, kommentiert Grabmaier Justs Angriffe gegenüber dem Branchendienst fondsprofessionell.de.

Zwar habe Knip signifikant mehr Downloads als die JDC-App Allesmeins, dafür glänze die JDC-Lösung mit hervorragenden Konversionraten. In den ersten Monaten nach Markteinführung stehe jedem Download der App auch rund ein Neuvertrag gegenüber. Das Geschäftsmodell funktioniere also wie geplant, so JDC-Chef Grabmaier.

Knip hat Probleme mit Konversionraten und Geschäftszahlen

Insurtech-Unternehmen

Downloads von Insurtech-Unternehmen (Quelle: Knip)

Ganz anders stellt sich hingegen die Situation beim Marktführer Knip dar. Die Konversionraten, also die tatsächlich erzielten Abschlüsse und erteilten Maklervollmachten je heruntergeladener App, sollen bei Knip genauso wie Umsatz-und Ertragszahlen äußerst bescheiden sein, heißt es von Brancheninsidern. Daher würde das Unternehmen wohl auch so ungern die eigenen Ergebnisse veröffentlichen, so Grabmaier.

Im Gegensatz zur Konkurrenz decke Knip mit 68 von 128 angeschlossenen Versicherungsunternehmen auch nur rund die Hälfte des Marktes ab. Aufgrund der schwachen Performance von Knip sollen sogar einige Versicherer die Zusammenarbeit wieder eingestellt haben, so Grabmaier, der Knip deshalb wahlweise als einen „Non-Event“ oder so klein, dass sie keine Makleranbindung schaffen würden, bezeichnet.

Die schwachen Geschäftszahlen sind nicht das einzige Problem von Knip-Chef Dennis Just

In den letzten Monaten haben zahlreiche Führungskräfte das 2013 gegründete Insurtech Knip verlassen. Im Februar der Produktechef, im Mai der Art Director, im Juni der Marketingchef und im Juli der Strategiechef. Zudem sollen in den beiden Kernmärkten Deutschland und Schweiz die Downloads in den letzten Monaten um bis zu 90 Prozent gesunken sein – was im Widerspruch zur markigen PR des Knip-Chefs Dennis Just steht.

Gegenüber der Handelszeitung rechtfertigte Dennis Just die schwachen Downloads und Umsätze mit dem Hinweis, dass Versicherungen von „September bis November“ verkauft werden und Versicherungs-Apps sich am besten von „Oktober bis März“ vermarkten ließen. Eine eher schwache Rechtfertigung angesichts der markigen PR-Sprüche von Knip-Chef Dennis Just.

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