Neue Hoffnung für „alte Hasen“

Es war eine Ausnahmeregelung um erfahreren Versicherungs- und Finanzberatern, die seit Jahren und Jahrzehnten am Markt aktiv waren, engegenzukommen: „Die alte Hasen Regel“ besagte, dass Vermittler, die seit 2006 eine ununterbrochene Berufserfahrung nachweisen konnten, auf den Sachkundenachweis, der von §34 f GeWO gefordert wird, verzichten können. Dafür mussten sie für die fünf Jahre bis 2011 Prüfberichte nach der Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV) vorlegen.Die besten Versicherungsmakler in Deutschland

Die Übergangsfrist, die der Gesetzgeber einst gewährt hatte, um allzu großen Frust bei erfahrenen Marktteilnehmern zu vermeiden, endete im Dezember 2014. Doch nicht alle „Alten Hasen“ sind bereits aus ihrem Beruf ausgeschieden. Schwierigkeiten beim Verkauf der Bestände, allgemeine Nachwuchssorgen, aber auch ein schrumpfender Markt machten es notwendig, dass viele erfahrene Berater weiter aktiv sind und noch nicht über Ruhestand oder eine berufliche Umorientierung nachdenken wollen.

Alle diejenigen, die versäumt haben, die Prüfung rechtszeitig abzulegen und den Sachkundenachweis zu erlangen, aber zu den „Alten Hasen“ zählen, haben jetzt ein Problem. Mit Ablauf der Übergangsfrist erlosch ihre Genehmigung, die Grundlage ihrer Berufstätigkeit und Basis des Einkommens. Sie müssen sich jetzt mit einem erheblichen Problem beschäftigen: die Genehmigung nach § 34f GeWO erlöscht von Amts wegen automatisch.

Doch es gibt noch Hoffnung. Die Berliner Kanzlei Wirth-Rechtsanwälte hat in diesem Zusammenhang ein aufsehnerregendes Urteil erstritten.

Im Gegensatz zur landläufigen Meinung, dass die Fristen auch für „Alte Hasen“ gelten, wovon auch die meisten Vermittler und Anwälte ausgehen, sahen die Verwaltungsrichter in Neustadt den Sachverhalt grundlegend anders. Denn nach Ansicht des Gerichts erscheint es widersprüchlich, dass ein Vermittler, der erst 2015 nachweist, dass er nach der Alte-Hasen-Regelung von der Sachkundeprüfung befreit ist, seine Erlaubnis verlieren kann.

Die Einstweilige Anordnung vom 30. April (Aktenzeichen 4 L 310/15.NW) ist zwar noch nicht rechtskräftig, juristisch beraten lassen, sollten sich laut Rechtsanwalt Goerz aber bereits jetzt „alle Vermittler, deren Gewerbeerlaubnis nach Aussage der zuständigen Erlaubnisbehörde mangels rechtzeitiger Vorlage der Prüfberichte zum Jahreswechsel angeblich erloschen sei.“

Denn es ist immer besser proaktiv zu agieren, als gegen die Löschung der Genehmigung klagen zu müssen.

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