Preisexplosion bei Immobilien in deutschen Großstädten – Immobilienblase?

Die Preise für Wohnimmobilien in deutschen Großstädten sind seit 2010 explosionsartig gestiegen und bis zu 20% überbewertet, so das Ergebnis einer empirischen Studie der Deutschen Bundesbank in ihrem Monatsbericht (Oktober 2013). In jüngster Vergangenheit kam es vor allem in den Ballungszentren Deutschlands zu Preissteigerungen, die sich „fundamental nur noch schwer rechtfertigen“ ließen.

Preise für Wohnimmobilien in Deutschland

Insgesamt stiegen die Kaufpreise für Wohneigentum um etwa 8%. Doch das Gefälle zwischen Land und Stadt verzerrt das Ergebnis. In den Großstädten selbst stiegen die Preise im Schnitt um ganze 25%. Zwar sei noch keine Rede von einer Immobilienblase, doch spricht die Bundesbank immerhin von „Befürchtungen hinsichtlich eines breit angelegten Immobilienpreisbooms“.

Betroffen sind vor allem die attraktiven Großstädte Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf. Doch schon jetzt sei auch ein Trend zu Synergieeffekten im Umland zu beobachten. Es ist anzunehmen, dass „überschießende Erwartungen oder Spekulationsmotive die regionale Ausbreitung von Preisimpulsen befördern“, heißt es in der Studie.

Gründe für den rapiden Preisanstieg sehen die Bundesbänker hauptsächlich in der gestiegenen Nachfrage für Immobilien. Diese sei vornehmlich auf die Finanzkrise zurückzuführen. Hinzu kämen die Immobilienkrise in den USA und einigen anderen europäischen Ländern, wodurch die Attraktivität des deutschen Immobilienmarktes auf europäischer und internationaler Ebene ebenfalls gestiegen sei.

Kommt es laut Bundesbank zu einer Preiskorrektur, wären in erster Linie die Haushalte von Vermögensverlusten betroffen.  Auf die Gesamtwirtschaft wären die Auswirkungen nur signifikant. Wegen der Grenzen und strengen Richtlinien zur Beleihung von Immobilien dürften Fremdkapitalgeber, also vor allem Banken, von massiven Ausfällen verschont bleiben.

Kurzfristig aber rechne die Bundesbank noch nicht mit einem Nachlassen des Preisdruckes. Selbst die massive Zunahme an Wohnbauaktivitäten könne die hohe Nachfrage nicht in ausreichender Weise decken. In diesem Zusammenhang spricht sich die Bundesbank wohl gemerkt gegen die Begrenzung von Mieterhöhungen aus. Sie verhindere gar den Bau neuen Wohnraumes, da Investoren durch sie nicht genug Renditepotential bei der Vermietung sähen.

Studie: Die Preissteigerungen bei Wohnimmobilien seit dem Jahr 2010

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