Dispositionskredit – keine dauerhafte Lösung

Viele Menschen in Deutschland können der Verlockung des Dispositionskredit, den es laut Bankenverband bereits seit 1970 gibt, nicht widerstehen. Besonders viele Menschen, die mit ihrem monatlichen Gehalt genau planen, müssen zwangsläufig einen Dispokredit aufnehmen, wenn unerwartete Ereignisse geschehen. Durch den Kredit gelangt man schnell an Geld, mit jedoch teilweise schlimmen Folgen.

Banken lassen sich das „verleihen“ von Geldern gut bezahlen. Trotz der momentanen Niedrigzinsphase, die durch die Euro-Krise ausgelöst wurde, müssen die Bürger Deutschlands im Durchschnitt rund 11,44 Prozent Zinsen für einen Dispositionskredit zahlen. Der Prozentsatz ist jedoch großen Schwankungen ausgesetzt, wenn man die Banken vergleicht. Direktbanken und PSD-Banken lassen sich die Kontoüberziehung im Normalfall lediglich 6 bis 8 Prozent kosten. Wer jedoch sein Konto am Monatsende bei einer Volks- oder Grossbank überzieht, der kann auch mal auf ein 14-prozentiges Zinsvolumen stoßen.

Deshalb rät Kerstin Backofen von der Stiftung Warentest zum Beispiel, dass der Dispokredit nur in absoluten Notfällen und für eine kurze Zeit in Anspruch genommen werden soll. Jedem Nutzer müsse bewusst sein, welches Ausmaß ein solcher Kredit hat. Auch Dirk Stein vom Bundesverband deutscher Banken in Berlin ist der Meinung, dass Dispositionskredite nur für „kurze Engpässe“ sein. „Wer längerfristig Geld braucht, der sollte einen Ratenkredit vereinbaren.“ Die Zinssätze des Ratenkredits sind in der Regel um ein weites niedriger als die des Dispositionskredits. Der Anteil des Dispositionskredits am gesamten Kreditvolumen ist zum Glück sehr gering und scheint in Zukunft weiter zu fallen. Bis Ende des Jahres 2011 beliefen sich die Kredite der privaten Haushalte auf rund 140 Milliarden Euro, so die Bundesbankstatistik. Einen sehr geringen Anteil von nur 13,5 Milliarden Euro machte der Dispositionskredit davon aus.

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